Läuteglocken

Ohne die Läuteglocke, schon seit Jahrhunderten mit Glück und Unglück der Menschen verbunden, kann man sich unsre moderne Gesellschaft gar nicht mehr vorstellen. Wer verweilt nicht einen Augenblick versonnen bei den freudigen oder traurigen Ereignissen, welche von Glockenklängen verkündet werden? Der Klang der Glocken ist zu einem wesentlichen Bestandteil unsres Lebens geworden, zu etwas das wir nicht entbehren können. Die Atmosphäre und die Stimmung, die erweckt werden, wenn die bronzenen Klänge uns erreichen, zunächst zögernd und dann allmählich immer regelmäßiger, sind in ihrer Art einzigartig. Das Erklingen des Geläutes ist von einer unvergesslichen Schönheit und bedeutet für jeden etwas überaus Reichhaltiges. Oft stellt man die Frage, ob es nicht einfacher wäre, die Glocke bewegungslos hängen zu lassen und mit dem Klöppel an die Glocke zu schlagen. Dies ist selbstverständlich viel einfacher, aber der Klang, der dabei entsteht, hört sich durchaus anders an. Zwei Effekte, die den ganz eigenen Klang einer Läuteglocke bestimmen, treten dann nicht auf: Durch den Dopplereffekt wird, wenn die Glocke sich auf jemand zu bewegt, die Klangfrequenz erhöht werden und umgekehrt. Außerdem erzeugt die Mündung einer Glocke einen andren Klang als die Glockenseite. Beide Effekte geben einer Läuteglocke den besonderen Klang, der bei einer statisch aufgehängten Glocke niemals erreicht werden kann. Die Läuteglocke wird meistens an einer Läuteachse in einem Glockenstuhl aufgehängt, der im Turm aufgestellt wird. Die Glocke wird daraufhin von einem Motor angetrieben oder sie wird auf die althergebrachte Weise mit einem Seil in Bewegung versetzt.